Über 30 elektrotechnische Fachbegriffe verständlich erklärt: Elektromeister, DGUV V3, FI-Schutzschalter, NYM-Leitung, Wallbox, KNX, KfW 458 — vom Meisterbetrieb.
ALBOUSH Elektrotechnik (eingetragener Meisterbetrieb in der Handwerkskammer Münster) erklärt die wichtigsten Fachbegriffe aus der Elektrotechnik — von Elektromeister über DGUV V3, FI-Schutzschalter und NYM-Kupferleitung bis Wallbox, KNX und KfW 458. Alle Definitionen geprüft nach aktuellen VDE-Normen und gültigem Stand 2026.
-
§14a EnWG (Steuerbare Lasten) Recht
- Seit 1.1.2024: Netzbetreiber dürfen steuerbare Verbrauchseinrichtungen (Wallbox, Wärmepumpe) bei drohender Netzüberlastung kurzzeitig dimmen (mind. 4,2 kW). Im Gegenzug: reduziertes Netzentgelt (Modul 1, 2 oder 3) und niedrigerer Strompreis. Voraussetzung: Smart Meter + steuerbare Einrichtung > 4,2 kW.
-
§35a EStG Steuerrecht
- Steuerlicher Direktabzug für Handwerkerleistungen in selbstgenutzten Wohnimmobilien: 20 % der Arbeitskosten (max. 1.200 EUR pro Jahr) werden direkt von der Einkommensteuer abgezogen. Voraussetzungen: Rechnung vom eingetragenen Fachbetrieb und unbarer Zahlungsweg (Überweisung).
-
§35c EStG Steuerrecht
- Steuerermäßigung für energetische Sanierungsmaßnahmen am selbstgenutzten Eigenheim. 20 % der Aufwendungen (max. 40.000 EUR über drei Jahre verteilt) werden direkt von der Steuerschuld abgezogen. Erfordert Bescheinigung eines Energie-Experten. Nicht kombinierbar mit KfW-/BAFA-Zuschuss für dieselbe Maßnahme.
-
Aderendhülse Installation
- Metallhülse, die auf flexible Leiterenden (Litze, Lasttypen) gepresst wird. Verhindert dass einzelne Drähte beim Anschluss "abstehen" und Kontaktprobleme/Kurzschlüsse entstehen. PFLICHT bei mehrdrähtigen Leitern in Reihenklemmen und Sicherungsanschlüssen nach DIN VDE 0100-520. Farbcode pro Querschnitt (z.B. rot=1,0mm², schwarz=1,5mm²).
-
AFDD (Brandschutzschalter) Sicherheit
- Arc Fault Detection Device — erkennt Fehlerlichtbögen (z.B. aus quetschten Kabeln, lockeren Klemmen) und schaltet ab, bevor ein Kabelbrand entsteht. Pflicht in Räumen mit besonderem Risiko (Schlafzimmer Holzbauten, Kindertagesstätten) nach DIN VDE 0100-420:2019. Kombiniert oft mit RCBO (FI + LS + AFDD in einem Gerät).
-
Aluminium-Leitung Altinstallation
- In den 1960er und frühen 1970er Jahren verbaute Elektroleitung aus Aluminium statt Kupfer. Hauptproblem: Aluminium fließt unter Druck (Kaltfluss), Klemmverbindungen lockern sich, Übergangswiderstände steigen, lokale Erhitzung bis zum Brand. Aluminium-Leitungen müssen bei Sanierung vollständig gegen NYM-Kupfer ersetzt werden.
-
Anschlusswert (kW) Hausanschluss
- Maximale Leistung, die der Hausanschluss vom Netz beziehen darf — definiert durch die NH-Sicherung im HAK. Standard-Einfamilienhaus: 14-30 kW (entspricht 35-63 A pro Phase). Bei Wallbox 22 kW + Wärmepumpe 9 kW + Haushalt 10 kW = 41 kW → ggf. Anschluss-Erhöhung beim Netzbetreiber beantragen (Westnetz: 500-2.500€).
-
Aufputz-Installation (AP) Installation
- Leitungsführung sichtbar auf der Wandoberfläche, meist in Kabelkanälen oder Stahlpanzerrohren. Standard in Industrie, Werkstätten, Garagen und Denkmalschutz-Altbauten (wo Putzfräsen verboten ist). Vorteil: schnell installiert, jederzeit nachrüstbar, günstig (ca. 60% der UP-Kosten). Nachteil: optisch sichtbar, weniger geschützt vor mechanischer Beschädigung.
-
Batteriespeicher Erneuerbare Energie
- Lithium-Ionen-Batterie zur Zwischenspeicherung von PV-Strom für die Nacht. Übliche Größe für Eigenheim: 5-15 kWh Nutzkapazität. Erhöht den Eigenverbrauch von ~35 % auf ~70 %. Wirtschaftlich rentabel ab Strombezugspreis ~32 ct/kWh. Förderfähig über progres.nrw und KfW 270.
-
Bemessungsstrom (I_n) Norm
- Strom, für den ein elektrisches Betriebsmittel ausgelegt ist und im Dauerbetrieb sicher führt. Beispiel: LS-Schalter B16 hat I_n = 16 A → schaltet zuverlässig bei Überlast > 16 A nach Strom-Zeit-Kennlinie ab. Auslegung muss zum kleinsten Leiterquerschnitt im Stromkreis passen (1,5 mm² → max. B16, 2,5 mm² → max. B20). Falsch dimensionierte Sicherung = Brandgefahr durch Leitungsüberlastung.
-
Brandmeldeanlage (BMA) Sicherheit
- Anlage zur automatischen Branderkennung und -meldung nach DIN 14675 (Aufbau) und DIN VDE 0833 (Betrieb). Pflicht in Versammlungsstätten, Beherbergungsbetrieben, Sonderbauten. Komponenten: Brandmelder, BMZ (Zentrale), Übertragungseinrichtung zur Feuerwehr. ALBOUSH installiert nicht-zertifizierungspflichtige Hausalarm-Varianten.
-
DALI (Digital Addressable Lighting) Beleuchtung
- Bus-basierte Lichtsteuerung mit individueller Adressierung jeder Leuchte (bis 64 Geräte pro Bus). Standard nach IEC 62386. Vorteil ggü. konventionellem 1-10V-Dimmen: feines Dimmen bis 0,1%, Szenen, Logik. Pflicht für moderne Gewerbe-Beleuchtung in Großräumen.
-
DGUV Vorschrift 3 Prüfpflicht
- Unfallverhütungsvorschrift „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel" der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Verpflichtet jeden Arbeitgeber, ortsfeste und ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel regelmäßig durch eine Elektrofachkraft prüfen zu lassen. Frist: 6-24 Monate für ortsveränderliche Geräte, 4 Jahre für ortsfeste Anlagen.
-
Dimmer (Phasenanschnitt/-abschnitt) Beleuchtung
- Helligkeitsregler. Phasenanschnitt für induktive Lasten (alte Trafos), Phasenabschnitt für kapazitive Lasten (LED-Treiber, Halogen-NV). LED-Dimmer benötigen Mindestlast (oft 10-20W) oder spezielle dimmbare Treiber. Achtung: nicht jede LED ist dimmbar — Herstellerangabe prüfen.
-
DIN VDE 0100 Norm
- Normenreihe „Errichten von Niederspannungsanlagen" des Verbands der Elektrotechnik (VDE). Die wichtigsten Teile: VDE 0100-410 (Schutzmaßnahmen, FI-Pflicht), VDE 0100-443/534 (Überspannungsschutz), VDE 0100-540 (Erdung & Potenzialausgleich), VDE 0100-600 (Erstprüfung mit Prüfprotokoll). Verbindlich für jede Elektroinstallation in Deutschland.
-
DIN VDE 0105-100 Norm
- Norm „Betrieb von elektrischen Anlagen" für die wiederkehrende Prüfung bestehender Anlagen. Definiert Prüffristen, Prüfumfang und qualifizierte Prüfpersonen. Wichtigste Anwendung: E-Check für Vermieter (alle 4 Jahre) und DGUV-V3-Prüfung im Gewerbe (alle 4 Jahre für ortsfest, 6-24 Monate für ortsveränderlich).
-
E-Check Prüfung
- Standardisierte Sichtprüfung und messtechnische Überprüfung der gesamten Elektroinstallation nach DIN VDE 0100-600 (Erstprüfung) und DIN VDE 0105-100 (wiederkehrende Prüfung). Liefert ein anerkanntes Prüfprotokoll für Versicherungen, Vermieter und Immobilienverkauf. Empfohlen alle 4 Jahre für Vermieter, alle 10 Jahre für Eigenheime.
-
Einbruchmeldeanlage (EMA) Sicherheit
- Anlage zur Detektion unbefugten Eindringens. Klassen nach VdS 2311: Klasse A (Wohnen), B (Klein-Gewerbe), C (Risikogewerbe). Komponenten: Bewegungsmelder, Magnetkontakte, Glasbruch-Sensoren, Außensirenen, ggf. Aufschaltung an Wachdienst. Schadenversicherungs-Rabatt 5-25% bei VdS-Zertifikat.
-
Elektromeister Qualifikation
- Staatlich geprüfter Meister im Elektrotechniker-Handwerk. Voraussetzung für die selbstständige Führung eines Elektrobetriebs in Deutschland. Der Meisterbrief wird nach bestandener Meisterprüfung vor der Handwerkskammer ausgestellt und berechtigt zur Eintragung in die Handwerksrolle.
-
EMV (Elektromagnetische Verträglichkeit) Sicherheit
- Fähigkeit eines Geräts, in seiner elektromagnetischen Umgebung störungsfrei zu funktionieren und keine unzulässigen Störungen zu verursachen. Geregelt durch EMV-Gesetz (EMVG) und EU-Richtlinie 2014/30/EU. Bei Smart-Home und Frequenzumrichtern (Wallbox-Wechselrichter) besonders relevant — geschirmte Leitungen und Filterglieder.
-
Erdung / Erder Sicherheit
- Verbindung des Schutzleiter-Systems mit dem Erdpotenzial — meist Fundamenterder, Banderder oder Tiefenerder. Pflicht für jeden Neubau (DIN 18014). Erdungswiderstand muss < 100 Ω sein, in Bestandsgebäuden oft messen und ggf. nachrüsten. Kritisch für FI-Funktion und Blitzschutz.
-
Erstprüfung nach DIN VDE 0100-600 Prüfpflicht
- Pflicht-Prüfung jeder elektrischen Anlage VOR Inbetriebnahme (Neubau, Erweiterung, wesentliche Änderung wie Wallbox- oder PV-Installation). Umfasst Sichtprüfung, Erprobung (FI-Test, LS-Funktion) und messtechnische Prüfung (Schleifenwiderstand, Isolation, Spannungsfall, RCD-Auslösestrom + -zeit). Ergebnis: Prüfprotokoll als rechtlich bindender Nachweis. Kosten ALBOUSH: 250-450 € je nach Anlagengröße.
-
FI Typ B (allstromsensitiv) Sicherheit
- Allstromsensitiver Fehlerstrom-Schutzschalter (RCD Type B), der auch glatte Gleichfehlerströme erkennt. PFLICHT für Wallbox-Installationen, Photovoltaik-Wechselrichter und Frequenzumrichter (DIN VDE 0100-722). Kosten ca. 250-400€, normaler FI Typ A reicht hier NICHT aus — Lebensgefahr bei DC-Fehlerstrom.
-
FI-Schutzschalter (RCD) Schutzgerät
- Fehlerstrom-Schutzschalter (englisch: Residual Current Device, RCD), der bei einem Fehlerstrom gegen Erde innerhalb von 0,3 Sekunden automatisch abschaltet. Schützt Personen vor lebensgefährlichen Stromschlägen. Pflicht nach DIN VDE 0100-410 für alle Steckdosenstromkreise und Bäder. Üblicher Auslösewert: 30 mA.
-
FI/RCD Typ A Schutzgerät
- Standard-FI-Schutzschalter, erkennt pulsierende Gleichfehlerströme und Wechselfehlerströme bis 30 mA. Vorgeschrieben nach DIN VDE 0100-410 für alle Steckdosenstromkreise bis 32 A in Wohngebäuden seit 2007. Achtung: erkennt KEINE glatten Gleichfehlerströme — für Wallbox-Stromkreise zusätzlich RCD Typ B (oder DC-Fehler-Erkennung in der Wallbox) erforderlich.
-
GEG (Gebäudeenergiegesetz) Recht
- Vereinigt seit 1.11.2020 die früheren EnEV, EnEG und EEWärmeG. Regelt energetische Mindeststandards für Neubauten und Sanierungen. Seit 1.1.2024 (Heizungsgesetz): neue Heizungen müssen zu 65% mit erneuerbaren Energien betrieben werden — relevant für Wärmepumpen-Installation. Volltext: gesetze-im-internet.de/geg/
-
Gira System 55 / Schalterprogramme Smart Home
- Modulares Schalterprogramm (Standard, Esprit, E2, E3), kompatibel mit KNX, eNet, Hauselektronik. Kombiniert klassische Lichtschalter mit Smart-Home-Tasten, Bewegungsmelder, Sprechanlagen. ALBOUSH installiert auch Programme von Busch-Jaeger (Reflex SI, Future Linear), Berker und Jung.
-
Glatter Gleichstromfehler (DC-Fehler) Schutzgerät
- Fehlerstrom mit gleichmäßigem DC-Anteil, der von Standard-FI Typ A NICHT erkannt wird und diesen blendet (Sättigung des Magnetkerns). Tritt bei Wallbox, Photovoltaik-Wechselrichter und Frequenzumrichtern auf. Schutz: entweder RCD Typ B (teuer, ~250 €) oder integrierte DC-Fehler-Erkennung in der Wallbox (Typ A + DC-Detection ist günstiger und gleichwertig nach IEC 62752).
-
Handwerksrolle Recht
- Öffentliches Verzeichnis der Handwerkskammer, in das alle selbstständig tätigen Handwerksbetriebe eingetragen werden müssen. Pflicht für zulassungspflichtige Berufe wie Elektrotechniker. Eintragung setzt einen Meisterbrief oder vergleichbare Qualifikation voraus (§7 HwO).
-
Hauptverteilung (HV) Verteilung
- Erste Verteilungsebene nach dem Hausanschluss (HAK), versorgt mehrere Unterverteilungen oder Großverbraucher direkt. In Einfamilienhäusern oft identisch mit dem Zählerschrank; in Mehrfamilienhäusern und Gewerbe deutlich abgegrenzt (Hauptverteilung im Keller, Unterverteilungen pro Wohnung/Etage). Enthält den Hauptschalter (Lasttrennschalter), Hauptsicherung (NH 35-100 A) und SPD Typ 1+2.
-
Hausanschlusskasten (HAK) Hausanschluss
- Verteiler an der Grenze zwischen Netzbetreiber und Hausinstallation. Enthält die NH-Sicherungen (Niederspannungs-Hochleistung) als Vorsicherung. Bei Sanierung oft Erneuerung erforderlich — Kosten ca. 1.500-3.500€ inkl. Westnetz-Plombierung. Standardposition: Außenwand oder im Hausanschlussraum.
-
HEMS (Home Energy Management System) Smart Home
- Software/Hardware-System, das den Energieverbrauch im Haus orchestriert: maximiert PV-Eigenverbrauch, lädt Wallbox/Batterie/Wärmepumpe vorzugsweise mit Solarstrom, steuert §14a-konform. Anbieter: SMA Sunny Home Manager, Fronius Solar.web, openWB, EVCC. Typische Investition: 500-2.500€.
-
Homematic IP Smart Home
- Funkbasiertes Smart-Home-System des deutschen Herstellers eQ-3 mit verschlüsselter Kommunikation auf 868 MHz. Geeignet zur kabellosen Nachrüstung in Bestandsbauten. Eigenstandige CCU3-Zentrale oder Cloud-Access-Point. Schnittstellen zu KNX, Alexa, Google Home und Apple HomeKit verfügbar.
-
IK-Schutzklasse (Stoßfestigkeit) Norm
- Klassifizierung der mechanischen Belastbarkeit von Elektro-Gehäusen nach DIN EN 62262. Skala IK00 bis IK10, beschreibt Energie bei Schlag-Aufprall (z.B. IK07 = 2 Joule, IK10 = 20 Joule). Wichtig bei Außenleuchten, Industrie-Verteilern und öffentlichen Wallboxen. Standard-Hausverteiler: IK05-07; öffentliche Wallbox: IK10 vorgeschrieben. Achtung: nicht verwechseln mit IP-Schutzart (Staub/Wasser).
-
IP-Schutzart Schutzmaßnahme
- Norm DIN EN 60529 klassifiziert die Dichtigkeit elektrischer Gehäuse gegen Berührung, Fremdkörper und Wasser. Erste Ziffer (0-6): Schutz gegen feste Stoffe. Zweite Ziffer (0-9): Schutz gegen Wasser. IP44 typisch im Außenbereich, IP65 im Bad oder Sauna, IP67 zeitweises Untertauchen, IP68 dauerhaftes Untertauchen.
-
Kabelkanal / Brüstungskanal Installation
- Geschlossener Kunststoff- oder Aluminium-Kanal zur sichtbaren Leitungsführung an Wänden, oft in Brüstungshöhe (Bürogebäude) oder im Sockel (Werkstatt). Aufnahme von Stark- und Schwachstrom getrennt (Steg im Inneren). Standardprofile: 60×40, 100×60, 200×60 mm. Erlaubt nachträgliche Erweiterung ohne Stemmarbeiten — Standard in Mietobjekten, Praxen, Schulen.
-
KfW 261 / 262 Förderung
- Zinsverbilligte Kredite mit Tilgungszuschuss für die Sanierung von Wohngebäuden zum Effizienzhaus. KfW 261 für Privatpersonen, KfW 262 für Wohnungsunternehmen. Kombinierbar mit Steuerbonus §35c EStG, jedoch nicht mit BAFA-Zuschuss.
-
KfW 458 (BEG WG) Förderung
- Förderprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau für Energieeffiziente Sanierung von Wohngebäuden (Bundesförderung effiziente Gebäude). Tilgungszuschuss bis 20 % der förderfähigen Kosten, je nach erreichtem Effizienzhaus-Standard. Antrag muss VOR Auftragserteilung gestellt werden — rückwirkende Förderung ist ausgeschlossen.
-
KNX Smart Home
- Internationaler Standard ISO/IEC 14543-3 für Gebäudeautomation, kabelgebunden (TP-Bus) oder per Funk (KNX-RF). Steuert Beleuchtung, Heizung, Verschattung, Sicherheitstechnik herstellerunabhängig über eine Bus-Topologie. Fachgerechte Inbetriebnahme erfordert ETS-Software und KNX-Zertifizierung des Installateurs.
-
KNX-Aktor (Schalt-/Dimm-/Jalousie-Aktor) Smart Home
- Hutschienen-Modul im KNX-System, das auf Befehle vom Bus reagiert und Verbraucher schaltet (Schaltaktor 230V), dimmt (Dimmaktor) oder Antriebe steuert (Jalousie-Aktor). Sitzt im Verteilerkasten, kommuniziert über 2-adriges KNX-Bus-Kabel mit den Sensoren. Typische Auslegung Einfamilienhaus: 16-fach Schaltaktor + 8-fach Dimmaktor + 4-fach Jalousie-Aktor (Gesamt ~1.500€ Material).
-
KNX-Sensor (Taster, Bewegungsmelder, Wetterstation) Smart Home
- Eingabe-Komponente im KNX-Bus, die Zustände an die Aktoren meldet: Wandtaster mit 2-8 Wippen, Bewegungs- und Präsenzmelder, Temperatursensoren, Wetterstationen. Sitzt dezentral in den Räumen, programmierbar in der ETS-Software (Engineering Tool Software). Vorteil gegenüber klassischer Verkabelung: Funktionen werden in Software definiert — Umkonfiguration ohne Rückbau.
-
Lastmanagement E-Mobilität
- Steuerung mehrerer Verbraucher (typisch: Wallbox-Cluster in Tiefgaragen), um Hausanschluss-Bemessungsstrom nicht zu überlasten. Statisch (feste Aufteilung) oder dynamisch (intelligent verteilt, Priorisierung). Pflicht ab 4+ Wallboxen am gemeinsamen Hausanschluss. Lösungen: openWB, KEBA, ABL.
-
LED-Spots Beleuchtung
- Einbauleuchten mit Leuchtdioden (Light Emitting Diode), meist in der Decke versenkt. Energieeffizienz 80-110 lm/W, Lebensdauer 25.000-50.000 Stunden. Benötigen einen Konstantstrom-Treiber (LED-Trafo) — herkömmliche Niedervolt-Halogentrafos sind ungeeignet. Beim Einbau in gedämmte Decken auf Brandschutz und IC-Eignung achten.
-
Leiterquerschnitt (mm²) Material
- Effektive Kupferquerschnittsfläche eines Drahtes, bestimmt den maximal zulässigen Dauerstrom. Standard-Querschnitte in Wohngebäuden: 1,5 mm² für Beleuchtung (max. 16 A), 2,5 mm² für Steckdosen (max. 20-25 A), 4 mm² für Herd, 6-10 mm² für Wallbox 11 kW, 16 mm² für Hauptanschluss. Dimensionierung nach DIN VDE 0298-4 unter Berücksichtigung von Verlegeart, Häufung und Umgebungstemperatur.
-
LS-Schalter (Leitungsschutzschalter) Verteilung
- Automatischer Sicherungsschalter (umgangssprachlich "Sicherung"), schützt Leitungen vor Überlast und Kurzschluss. Wiederverwendbar (Hebel rauf), im Gegensatz zur Schmelzsicherung. Auslösecharakteristik B (Wohnen), C (Motoren), D (Trafos). Standardgrößen: 6/10/13/16/20/25 A. Ersatz veralteter Schraubsicherungen seit DIN VDE 0100-410.
-
Neutralleiter (N) Verteilung
- Stromrückleiter im Wechselstromsystem, blau ummantelt. Führt den Lastrückstrom zur Quelle (im Hausnetz: zum Trafo des Versorgers). Darf NICHT mit dem Schutzleiter (PE) verbunden werden — Ausnahme: TN-C-System (PEN-Leiter) in Altbauten, das nach VDE 0100 nicht mehr für Neubauten zulässig ist.
-
NH-Sicherung Verteilung
- Niederspannungs-Hochleistungs-Sicherung im Hausanschlusskasten (HAK). Trägt 35-125 A Bemessungsstrom, dient als Vorsicherung vor dem Zähler. Nur durch Netzbetreiber (Westnetz, Innogy etc.) wechselbar — Eingriff durch Elektriker nicht zulässig.
-
NYM-Kupferleitung Material
- Standard-Mantelleitung für die feste Verlegung in trockenen, feuchten und nassen Räumen sowie in Putz, auf Putz und in Hohlräumen. Dreiadrig (NYM-J 3×1,5 mm² für Lichtstromkreise, 3×2,5 mm² für Steckdosen) oder fünfadrig (NYM-J 5×1,5 mm² für Drehstrom). Ersetzt seit den 1970ern Aluminium- und stoffummantelte Altleitungen.
-
Photovoltaik (PV) Erneuerbare Energie
- Direkte Umwandlung von Sonnenlicht in elektrischen Strom durch Solarmodule auf Silizium-Halbleiterbasis. Anlagengröße in kWp (Kilowatt peak) gemessen. Typische Eigenheim-Anlage: 6-12 kWp, Eigenverbrauchsquote 30-40 % ohne Speicher, 60-80 % mit Speicher. Wechselrichter wandelt PV-Gleichstrom in Netz-Wechselstrom.
-
PoE (Power over Ethernet) Netzwerk
- Standard nach IEEE 802.3af/at/bt zur Stromversorgung von Netzwerkgeräten über das Ethernet-Kabel (Cat 5e+). Leistungsklassen: 15.4W (PoE), 30W (PoE+), 60W (PoE++ Typ 3), 90W (Typ 4). Ideal für IP-Kameras, WLAN-Access-Points und Türsprechanlagen — kein separates Netzteil nötig.
-
Potenzialausgleich Schutzmaßnahme
- Elektrische Verbindung aller leitfähigen Bauteile im Haus (Wasserrohre, Heizung, Antennen, Erdungsanlage) zu einem gemeinsamen Bezugspotenzial. Verhindert gefährliche Berührungsspannungen bei Fehlerströmen. Pflicht nach DIN VDE 0100-540 in jedem Haus, oft im Hausanschlussraum als Potenzialausgleichsschiene (PAS) ausgeführt.
-
RCBO (FI/LS-Kombi) Schutzgerät
- Kompakter Kombi-Schutzschalter, der FI-Schutzschalter (RCD) und Leitungsschutzschalter (LS) in einem Modul vereint. Spart Platz im Verteiler, ermöglicht selektive Abschaltung pro Stromkreis statt Sammel-FI. Modernster Standard nach DIN VDE 0100-410 (Anforderung Einzelraum-FI). Kosten: 40-80€/Stück gegenüber 12€ LS + Sammel-FI; bei Sanierung Standard für Bad-, Küchen- und Außenstromkreise.
-
Schmelzcharakteristik B/C/D/K Schutzgerät
- Klassifikation des Auslöseverhaltens von LS-Schaltern bei Überstrom. B-Charakteristik (3-5 × I_n, Standard im Wohnbau für ohmsche Lasten); C-Charakteristik (5-10 × I_n, für induktive Lasten wie Motoren, Leuchtstofflampen); D-Charakteristik (10-20 × I_n, für stark induktive Lasten wie Transformatoren); K-Charakteristik (8-12 × I_n, motorisch). Falsche Wahl führt zu Fehl-Auslösung bei Einschalt-Strömen.
-
Schmelzsicherung (Diazed/Neozed) Altinstallation
- Veraltete Sicherungstechnik mit Schraub- oder Stecksockel und einsetzbarer Sicherungspatrone. Diazed (D-System, bis 63 A) und Neozed (DO-System, bis 100 A) wurden bis in die 1970er Jahre verbaut. Bieten keinen Personenschutz und sollten beim Sicherungskasten-Austausch durch Leitungsschutzschalter (LS) und FI ersetzt werden.
-
Schraubsicherung (D02/D01) Verteilung
- Konische Schmelzsicherung in Porzellanfassung (DIAZED/NEOZED). D01 bis 16A, D02 bis 63A. Veraltet seit Einführung der LS-Schalter — sollte bei Sicherungskasten-Erneuerung getauscht werden. Vorteil: günstig (5€/Stück); Nachteil: nicht wiederverwendbar, fehleranfälliges Schraubgewinde, falsche Stromstärke kann unbemerkt eingesetzt werden.
-
Schutzklasse (I/II/III) Schutzmaßnahme
- Klassifizierung elektrischer Geräte nach Art des Schutzes gegen elektrischen Schlag. Schutzklasse I: Schutzleiteranschluss zur Erde (PE), z. B. Waschmaschine. Schutzklasse II: doppelte Isolierung, kein PE (Doppelquadrat-Symbol), z. B. Toaster. Schutzklasse III: Kleinspannung ≤50 V AC, z. B. LED-Trafos.
-
Schutzleiter (PE) Sicherheit
- Grün-gelb gestreifter Leiter, der berührbare Metallteile elektrischer Anlagen erdet. Im Fehlerfall (Spannung am Gehäuse) fließt Strom über PE zum Sicherungskasten und löst FI/LS aus. Pflicht seit 1970 in allen neuen Installationen. In Altbauten oft fehlend — Nachrüstung Teil jeder Elektrosanierung.
-
Selektivität Sicherheit
- Schutzkonzept, bei dem im Fehlerfall NUR die nächstgelegene Sicherung auslöst — nicht die übergeordnete. Dadurch bleiben andere Stromkreise verfügbar. Erreichbar durch gestufte Bemessungsströme (z.B. 25 A in Verteiler → 16 A in Stromkreis) und Auslösekennlinien (z.B. NH gG vor LS B). Wichtig bei Sicherungskasten-Erneuerung.
-
Sicherungskasten / Hauptverteilung Verteilung
- Zentraler Verteilerschrank im Haus, in dem ankommende Stromzuführung auf einzelne Stromkreise verteilt und durch Schutzgeräte (FI, LS) abgesichert wird. Moderner Aufbau nach TAB 2019: TT- oder TN-S-System, FI-Pflicht, Überspannungsschutz, beschriftete Stromkreise. Bei Wallbox-Nachrüstung oder PV-Anlage oft zu erneuern.
-
Smart Home Smart Home
- Sammelbegriff für vernetzte Gebäudetechnik. Drei Welten: kabelgebundene Bus-Systeme (KNX), Funk-Systeme (Homematic IP, Z-Wave, Zigbee, Shelly) und WLAN-Cloud (Tuya, Aqara). Funkbasierte Systeme eignen sich zur Nachrüstung ohne Stemmarbeit, kabelgebundene KNX bei Neubau oder Komplettsanierung.
-
Smart Meter (iMSys) Messung
- Intelligentes Messsystem aus modernem Zähler (mME) und Smart-Meter-Gateway (SMGW). Pflicht-Einbau für Haushalte mit Verbrauch >6.000 kWh/Jahr oder Wallbox/PV-Anlagen >7 kW ab 2025 (§29 MsbG). Voraussetzung für variable Stromtarife und §14a EnWG-Steuerung. Kosten: jährliche Messstellengebühr 20-120€ je nach Lastfall.
-
Spannungsfall Installation
- Differenz zwischen Spannung am Hausanschluss und Spannung am Verbraucher, verursacht durch Leitungswiderstand. Max. zulässig nach VDE 0100-520: 3% für Beleuchtung, 5% für Steckdosen/Heizung. Bei langen Wallbox-Zuleitungen (Garagenwand → Verteiler) oft kritisch — Berechnung pro Installation erforderlich. Formel: ΔU = 2·L·I·cos φ / (κ·A).
-
SPD (Überspannungsschutz) Sicherheit
- Surge Protection Device — schützt elektrische Anlagen vor transienten Überspannungen (Blitzeinwirkung, Schalthandlungen). Typ 1 (Blitzschutz-Vorranggebiet, am HAK), Typ 2 (Unterverteilung, Standardschutz seit VDE 0100-443:2018 Pflicht), Typ 3 (Endgeräteschutz, Steckdose). Kosten: 100-300€ je Typ.
-
Steigleitung Verteilung
- Vertikale Hauptzuleitung von der Hauptverteilung zu den Wohnungs-Unterverteilungen in mehrgeschossigen Gebäuden. Üblich 5×16 mm² oder 5×25 mm² Kupfer. Bei Komplettsanierung oder Lasterhöhung (z. B. Wallboxen für mehrere Mietparteien) oft Engpass — Erneuerung nur in Abstimmung mit dem Netzbetreiber möglich.
-
Stoffummantelte Leitung Altinstallation
- Vor 1965 üblich verlegte Elektroleitung mit Gummi-Isolation und Baumwoll-Außenmantel. Isolation wird über Jahrzehnte spröde, bricht beim Berühren, Kurzschlussgefahr und Brandrisiko. Versicherer kürzen im Schadensfall regelmäßig wenn stoffummantelte Leitungen vorhanden sind. Komplettsanierung dringend empfohlen.
-
TAB 2019 Norm
- Technische Anschlussbedingungen 2019 — Vorgaben der Netzbetreiber für den Anschluss von Kundenanlagen ans öffentliche Niederspannungsnetz. Standardisiert Zählerschrank-Aufbau, Lastmanagement (insbesondere ab 12 kW), Plombierung und Inbetriebsetzung. Wallbox-Installationen über 11 kW erfordern TAB-2019-konformen Zählerschrank.
-
TN-System (Netzform) Verteilung
- Häufigste Netzform in Deutschland — Sternpunkt des Trafos ist geerdet, Verbraucher über Schutzleiter mit diesem Erdungspunkt verbunden. Varianten: TN-C (gemeinsamer PEN-Leiter, alt), TN-S (separater PE/N, modern), TN-C-S (kombiniert, üblich). Neubauten: ausschließlich TN-S nach VDE 0100.
-
Überspannungsschutz (SPD) Schutzmaßnahme
- Surge Protective Device (SPD), das Spannungsspitzen aus dem Netz oder durch Blitzeinschlag in Gebäudenähe gegen Erde ableitet. Drei Typen: Typ 1 (Blitzstromableiter im Hausanschlusskasten), Typ 2 (Mittelschutz in Hauptverteilung), Typ 3 (Endgeräteschutz in Steckdosen). Pflicht nach DIN VDE 0100-443/534 seit 2018 in allen Neuinstallationen.
-
Unterputz-Installation (UP) Installation
- Leitungsführung verdeckt in Wandschlitzen, Mauernuten oder Hohldecken. Standard in Wohngebäuden (Neubau, Komplett-Sanierung). Mindestabstand zur Wandoberfläche 6 mm nach DIN 18015-3. Verlegezonen 15 cm und 30 cm unter Decke + 100 cm/30 cm über Boden — abweichend nur mit Bestandsplan. Kostenintensiv (Putzfräse, Verputzen) aber optisch unsichtbar und mechanisch geschützt.
-
Unterverteilung Verteilung
- Sekundärer Verteiler, der von der Hauptverteilung gespeist wird und einzelne Wohnungen, Etagen oder Gewerbebereiche mit Strom versorgt. Enthält eigene FI-Schutzschalter und Leitungsschutzschalter. Üblich in Mehrfamilienhäusern und größeren Gewerbeobjekten zur Übersichtlichkeit und Lastaufteilung.
-
VDE 0701/0702 (Geräteprüfung) Prüfpflicht
- Norm für die wiederkehrende Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel (Geräte mit Stecker). Pflicht für Vermieter (gewerbliche Vermietung) und Arbeitgeber. Prüffristen: 6 Monate für Baustellen, 24 Monate für Büros (DGUV V3 Tabelle). Kosten: 4-8€ pro Gerät. ALBOUSH bietet Sammel-Termine ab 50 Geräte.
-
Verbindungsklemmen (WAGO) Installation
- Werkzeugloses Verbindungssystem (WAGO 221, 222, 773) als moderne Alternative zur klassischen Lüsterklemme. Hebel-Klemme (221) für 0.14-4 mm² Querschnitt, freier Wechsel auch starr/flexibel. Hohe Kontaktsicherheit, VDE-zertifiziert, in Deckenausbauten Standard. Verbrauchskosten: ca. 0.50€/Klemme.
-
Wallbox E-Mobilität
- Wandmontierte Ladestation für Elektrofahrzeuge mit Typ-2-Stecker (IEC 62196-2). 11-kW-Wallboxen (3×16 A) sind beim Netzbetreiber meldepflichtig, ab 22 kW (3×32 A) genehmigungspflichtig. Installation umfasst Zuleitung vom Zählerschrank, Anmeldung beim Netzbetreiber und Inbetriebnahme nach VDE-AR-N 4100.
-
Wärmepumpe Heizung
- Elektrisches Heizsystem, das Wärme aus Luft (Luft-Wasser), Erdreich (Sole-Wasser) oder Grundwasser gewinnt. JAZ (Jahresarbeitszahl) 3,0-5,0 — d.h. aus 1 kWh Strom 3-5 kWh Wärme. Anschlusswert oft 3-9 kW, häufig dreiphasig 400V. Förderung BAFA bis 40% (Stand 2026). ALBOUSH übernimmt elektrische Vorbereitung (Zähler, Verteiler, FI Typ B).
-
Wiederkehrende Prüfung (DIN VDE 0105-100) Prüfpflicht
- Periodische Prüfung BESTEHENDER Anlagen, primär für Gewerbe (DGUV V3) und Vermieter (Verkehrssicherungspflicht). Intervalle laut DGUV V3: Baustellen 6 Monate, Büros/Praxen 4 Jahre, Wohnungen empfohlen alle 4 Jahre (Pflicht für Vermieter). Umfasst identische Messungen wie Erstprüfung plus Bewertung des Anlagenalterungs-Zustands. Heißt im Privatbereich oft "E-Check".
-
Zählerschrank Verteilung
- Gehäuse, das den geeichten Stromzähler des Netzbetreibers, den Hauptschalter und die Plombierungseinrichtung aufnimmt. Aufbau gemäß TAB 2019 und VDE-AR-N 4100. Bei PV-Einspeisung, Wallbox-Anschluss oder Smart-Meter-Einbau muss der Zählerschrank oft modernisiert werden — Standardposition für Sanierungsbudget: 1.500-3.500 EUR.