Über 30 elektrotechnische Fachbegriffe verständlich erklärt: Elektromeister, DGUV V3, FI-Schutzschalter, NYM-Leitung, Wallbox, KNX, KfW 458 — vom Meisterbetrieb.
ALBOUSH Elektrotechnik (eingetragener Meisterbetrieb in der Handwerkskammer Münster) erklärt die wichtigsten Fachbegriffe aus der Elektrotechnik — von Elektromeister über DGUV V3, FI-Schutzschalter und NYM-Kupferleitung bis Wallbox, KNX und KfW 458. Alle Definitionen geprüft nach aktuellen VDE-Normen und gültigem Stand 2026.
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§35a EStG Steuerrecht
- Steuerlicher Direktabzug für Handwerkerleistungen in selbstgenutzten Wohnimmobilien: 20 % der Arbeitskosten (max. 1.200 EUR pro Jahr) werden direkt von der Einkommensteuer abgezogen. Voraussetzungen: Rechnung vom eingetragenen Fachbetrieb und unbarer Zahlungsweg (Überweisung).
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§35c EStG Steuerrecht
- Steuerermäßigung für energetische Sanierungsmaßnahmen am selbstgenutzten Eigenheim. 20 % der Aufwendungen (max. 40.000 EUR über drei Jahre verteilt) werden direkt von der Steuerschuld abgezogen. Erfordert Bescheinigung eines Energie-Experten. Nicht kombinierbar mit KfW-/BAFA-Zuschuss für dieselbe Maßnahme.
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Aluminium-Leitung Altinstallation
- In den 1960er und frühen 1970er Jahren verbaute Elektroleitung aus Aluminium statt Kupfer. Hauptproblem: Aluminium fließt unter Druck (Kaltfluss), Klemmverbindungen lockern sich, Übergangswiderstände steigen, lokale Erhitzung bis zum Brand. Aluminium-Leitungen müssen bei Sanierung vollständig gegen NYM-Kupfer ersetzt werden.
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Batteriespeicher Erneuerbare Energie
- Lithium-Ionen-Batterie zur Zwischenspeicherung von PV-Strom für die Nacht. Übliche Größe für Eigenheim: 5-15 kWh Nutzkapazität. Erhöht den Eigenverbrauch von ~35 % auf ~70 %. Wirtschaftlich rentabel ab Strombezugspreis ~32 ct/kWh. Förderfähig über progres.nrw und KfW 270.
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DGUV Vorschrift 3 Prüfpflicht
- Unfallverhütungsvorschrift „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel" der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Verpflichtet jeden Arbeitgeber, ortsfeste und ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel regelmäßig durch eine Elektrofachkraft prüfen zu lassen. Frist: 6-24 Monate für ortsveränderliche Geräte, 4 Jahre für ortsfeste Anlagen.
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DIN VDE 0100 Norm
- Normenreihe „Errichten von Niederspannungsanlagen" des Verbands der Elektrotechnik (VDE). Die wichtigsten Teile: VDE 0100-410 (Schutzmaßnahmen, FI-Pflicht), VDE 0100-443/534 (Überspannungsschutz), VDE 0100-540 (Erdung & Potenzialausgleich), VDE 0100-600 (Erstprüfung mit Prüfprotokoll). Verbindlich für jede Elektroinstallation in Deutschland.
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DIN VDE 0105-100 Norm
- Norm „Betrieb von elektrischen Anlagen" für die wiederkehrende Prüfung bestehender Anlagen. Definiert Prüffristen, Prüfumfang und qualifizierte Prüfpersonen. Wichtigste Anwendung: E-Check für Vermieter (alle 4 Jahre) und DGUV-V3-Prüfung im Gewerbe (alle 4 Jahre für ortsfest, 6-24 Monate für ortsveränderlich).
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E-Check Prüfung
- Standardisierte Sichtprüfung und messtechnische Überprüfung der gesamten Elektroinstallation nach DIN VDE 0100-600 (Erstprüfung) und DIN VDE 0105-100 (wiederkehrende Prüfung). Liefert ein anerkanntes Prüfprotokoll für Versicherungen, Vermieter und Immobilienverkauf. Empfohlen alle 4 Jahre für Vermieter, alle 10 Jahre für Eigenheime.
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Elektromeister Qualifikation
- Staatlich geprüfter Meister im Elektrotechniker-Handwerk. Voraussetzung für die selbstständige Führung eines Elektrobetriebs in Deutschland. Der Meisterbrief wird nach bestandener Meisterprüfung vor der Handwerkskammer ausgestellt und berechtigt zur Eintragung in die Handwerksrolle.
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FI-Schutzschalter (RCD) Schutzgerät
- Fehlerstrom-Schutzschalter (englisch: Residual Current Device, RCD), der bei einem Fehlerstrom gegen Erde innerhalb von 0,3 Sekunden automatisch abschaltet. Schützt Personen vor lebensgefährlichen Stromschlägen. Pflicht nach DIN VDE 0100-410 für alle Steckdosenstromkreise und Bäder. Üblicher Auslösewert: 30 mA.
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Handwerksrolle Recht
- Öffentliches Verzeichnis der Handwerkskammer, in das alle selbstständig tätigen Handwerksbetriebe eingetragen werden müssen. Pflicht für zulassungspflichtige Berufe wie Elektrotechniker. Eintragung setzt einen Meisterbrief oder vergleichbare Qualifikation voraus (§7 HwO).
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Homematic IP Smart Home
- Funkbasiertes Smart-Home-System des deutschen Herstellers eQ-3 mit verschlüsselter Kommunikation auf 868 MHz. Geeignet zur kabellosen Nachrüstung in Bestandsbauten. Eigenstandige CCU3-Zentrale oder Cloud-Access-Point. Schnittstellen zu KNX, Alexa, Google Home und Apple HomeKit verfügbar.
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IP-Schutzart Schutzmaßnahme
- Norm DIN EN 60529 klassifiziert die Dichtigkeit elektrischer Gehäuse gegen Berührung, Fremdkörper und Wasser. Erste Ziffer (0-6): Schutz gegen feste Stoffe. Zweite Ziffer (0-9): Schutz gegen Wasser. IP44 typisch im Außenbereich, IP65 im Bad oder Sauna, IP67 zeitweises Untertauchen, IP68 dauerhaftes Untertauchen.
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KfW 261 / 262 Förderung
- Zinsverbilligte Kredite mit Tilgungszuschuss für die Sanierung von Wohngebäuden zum Effizienzhaus. KfW 261 für Privatpersonen, KfW 262 für Wohnungsunternehmen. Kombinierbar mit Steuerbonus §35c EStG, jedoch nicht mit BAFA-Zuschuss.
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KfW 458 (BEG WG) Förderung
- Förderprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau für Energieeffiziente Sanierung von Wohngebäuden (Bundesförderung effiziente Gebäude). Tilgungszuschuss bis 20 % der förderfähigen Kosten, je nach erreichtem Effizienzhaus-Standard. Antrag muss VOR Auftragserteilung gestellt werden — rückwirkende Förderung ist ausgeschlossen.
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KNX Smart Home
- Internationaler Standard ISO/IEC 14543-3 für Gebäudeautomation, kabelgebunden (TP-Bus) oder per Funk (KNX-RF). Steuert Beleuchtung, Heizung, Verschattung, Sicherheitstechnik herstellerunabhängig über eine Bus-Topologie. Fachgerechte Inbetriebnahme erfordert ETS-Software und KNX-Zertifizierung des Installateurs.
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LED-Spots Beleuchtung
- Einbauleuchten mit Leuchtdioden (Light Emitting Diode), meist in der Decke versenkt. Energieeffizienz 80-110 lm/W, Lebensdauer 25.000-50.000 Stunden. Benötigen einen Konstantstrom-Treiber (LED-Trafo) — herkömmliche Niedervolt-Halogentrafos sind ungeeignet. Beim Einbau in gedämmte Decken auf Brandschutz und IC-Eignung achten.
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NYM-Kupferleitung Material
- Standard-Mantelleitung für die feste Verlegung in trockenen, feuchten und nassen Räumen sowie in Putz, auf Putz und in Hohlräumen. Dreiadrig (NYM-J 3×1,5 mm² für Lichtstromkreise, 3×2,5 mm² für Steckdosen) oder fünfadrig (NYM-J 5×1,5 mm² für Drehstrom). Ersetzt seit den 1970ern Aluminium- und stoffummantelte Altleitungen.
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Photovoltaik (PV) Erneuerbare Energie
- Direkte Umwandlung von Sonnenlicht in elektrischen Strom durch Solarmodule auf Silizium-Halbleiterbasis. Anlagengröße in kWp (Kilowatt peak) gemessen. Typische Eigenheim-Anlage: 6-12 kWp, Eigenverbrauchsquote 30-40 % ohne Speicher, 60-80 % mit Speicher. Wechselrichter wandelt PV-Gleichstrom in Netz-Wechselstrom.
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Potenzialausgleich Schutzmaßnahme
- Elektrische Verbindung aller leitfähigen Bauteile im Haus (Wasserrohre, Heizung, Antennen, Erdungsanlage) zu einem gemeinsamen Bezugspotenzial. Verhindert gefährliche Berührungsspannungen bei Fehlerströmen. Pflicht nach DIN VDE 0100-540 in jedem Haus, oft im Hausanschlussraum als Potenzialausgleichsschiene (PAS) ausgeführt.
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Schmelzsicherung (Diazed/Neozed) Altinstallation
- Veraltete Sicherungstechnik mit Schraub- oder Stecksockel und einsetzbarer Sicherungspatrone. Diazed (D-System, bis 63 A) und Neozed (DO-System, bis 100 A) wurden bis in die 1970er Jahre verbaut. Bieten keinen Personenschutz und sollten beim Sicherungskasten-Austausch durch Leitungsschutzschalter (LS) und FI ersetzt werden.
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Schutzklasse (I/II/III) Schutzmaßnahme
- Klassifizierung elektrischer Geräte nach Art des Schutzes gegen elektrischen Schlag. Schutzklasse I: Schutzleiteranschluss zur Erde (PE), z. B. Waschmaschine. Schutzklasse II: doppelte Isolierung, kein PE (Doppelquadrat-Symbol), z. B. Toaster. Schutzklasse III: Kleinspannung ≤50 V AC, z. B. LED-Trafos.
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Sicherungskasten / Hauptverteilung Verteilung
- Zentraler Verteilerschrank im Haus, in dem ankommende Stromzuführung auf einzelne Stromkreise verteilt und durch Schutzgeräte (FI, LS) abgesichert wird. Moderner Aufbau nach TAB 2019: TT- oder TN-S-System, FI-Pflicht, Überspannungsschutz, beschriftete Stromkreise. Bei Wallbox-Nachrüstung oder PV-Anlage oft zu erneuern.
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Smart Home Smart Home
- Sammelbegriff für vernetzte Gebäudetechnik. Drei Welten: kabelgebundene Bus-Systeme (KNX), Funk-Systeme (Homematic IP, Z-Wave, Zigbee, Shelly) und WLAN-Cloud (Tuya, Aqara). Funkbasierte Systeme eignen sich zur Nachrüstung ohne Stemmarbeit, kabelgebundene KNX bei Neubau oder Komplettsanierung.
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Steigleitung Verteilung
- Vertikale Hauptzuleitung von der Hauptverteilung zu den Wohnungs-Unterverteilungen in mehrgeschossigen Gebäuden. Üblich 5×16 mm² oder 5×25 mm² Kupfer. Bei Komplettsanierung oder Lasterhöhung (z. B. Wallboxen für mehrere Mietparteien) oft Engpass — Erneuerung nur in Abstimmung mit dem Netzbetreiber möglich.
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Stoffummantelte Leitung Altinstallation
- Vor 1965 üblich verlegte Elektroleitung mit Gummi-Isolation und Baumwoll-Außenmantel. Isolation wird über Jahrzehnte spröde, bricht beim Berühren, Kurzschlussgefahr und Brandrisiko. Versicherer kürzen im Schadensfall regelmäßig wenn stoffummantelte Leitungen vorhanden sind. Komplettsanierung dringend empfohlen.
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TAB 2019 Norm
- Technische Anschlussbedingungen 2019 — Vorgaben der Netzbetreiber für den Anschluss von Kundenanlagen ans öffentliche Niederspannungsnetz. Standardisiert Zählerschrank-Aufbau, Lastmanagement (insbesondere ab 12 kW), Plombierung und Inbetriebsetzung. Wallbox-Installationen über 11 kW erfordern TAB-2019-konformen Zählerschrank.
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Überspannungsschutz (SPD) Schutzmaßnahme
- Surge Protective Device (SPD), das Spannungsspitzen aus dem Netz oder durch Blitzeinschlag in Gebäudenähe gegen Erde ableitet. Drei Typen: Typ 1 (Blitzstromableiter im Hausanschlusskasten), Typ 2 (Mittelschutz in Hauptverteilung), Typ 3 (Endgeräteschutz in Steckdosen). Pflicht nach DIN VDE 0100-443/534 seit 2018 in allen Neuinstallationen.
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Unterverteilung Verteilung
- Sekundärer Verteiler, der von der Hauptverteilung gespeist wird und einzelne Wohnungen, Etagen oder Gewerbebereiche mit Strom versorgt. Enthält eigene FI-Schutzschalter und Leitungsschutzschalter. Üblich in Mehrfamilienhäusern und größeren Gewerbeobjekten zur Übersichtlichkeit und Lastaufteilung.
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Wallbox E-Mobilität
- Wandmontierte Ladestation für Elektrofahrzeuge mit Typ-2-Stecker (IEC 62196-2). 11-kW-Wallboxen (3×16 A) sind beim Netzbetreiber meldepflichtig, ab 22 kW (3×32 A) genehmigungspflichtig. Installation umfasst Zuleitung vom Zählerschrank, Anmeldung beim Netzbetreiber und Inbetriebnahme nach VDE-AR-N 4100.
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Zählerschrank Verteilung
- Gehäuse, das den geeichten Stromzähler des Netzbetreibers, den Hauptschalter und die Plombierungseinrichtung aufnimmt. Aufbau gemäß TAB 2019 und VDE-AR-N 4100. Bei PV-Einspeisung, Wallbox-Anschluss oder Smart-Meter-Einbau muss der Zählerschrank oft modernisiert werden — Standardposition für Sanierungsbudget: 1.500-3.500 EUR.